9. Februar 2012

Mr. MB empfiehlt: Minimal Music



Hallo! Heute kommt mein Gruß direkt aus dem Institut für Musik der Uni Kassel. Ich erzähle mal etwas über das Stück "Clapping Music" von Steve Reich. Es ist ein Duett für zwei Spieler (oder zwei Gruppen), die klatschen und besteht primär aus einem eintaktigen rhythmischen Pattern im 12/8-Takt. Die zwei Stimmen werden sukzessive nach einem festen Plan gegeneinander verschoben (siehe Noten-Abb. und Video unten). So wird ein komplexes rhythmisches "Phaseshifting" hervorgerufen, das einen sehr dynamischen und variationsreichen Höreindruck erzeugen kann.
Steve Reich: Clapping Music (Variationen V0 bis V3)
Das Stück von 1972 wird der "Minimal Music" zugeordnet. Der teilweise inflationär benutzte Begriff Minimal Music lässt sich auf eine Musikrichtung anwenden, die in den Jahren 1964 bis 1976 vorrangig von einigen amerikanischen Komponisten geschrieben wurde. Dabei ist die Verwendung dieses Terminus nicht unumstritten. Werner Grünzweig diskutiert diese Problematik in seinem Artikel in der MGG ausführlich. Erst seit den frühen siebziger Jahren gebräuchlich, umfasst Minimal Music verschiedene bis dahin übliche Bezeichnungen, wie z.B. „...pulse music, pattern music, repetetive music...“ (Grünzweig, 295). Obwohl die betroffenen Komponisten die neue Titulierung ob seiner negativen Konnotation ablehnten, hat sie sich bis heute halten können.

Viele Werke der Minimal Music weisen einige gemeinsame Merkmale auf. Hierzu gehört, dass diese Musik aus „pattern“ gebildet wird. Damit sind kleine (rhythmische oder melodische) Motivzellen gemeint, die im Gegensatz zur europäischen Klassik nicht unmittelbar nach Entwicklung streben, sondern über einen längeren Zeitraum unverändert repetiert werden.
Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Phasenverschiebung. Ursprünglich hatte sich diese Technik aus der elektronischen Musik heraus entwickelt.

Versucht mal das Grundpattern gegen die Verschiebung durchzuhalten, allein das trainiert schon mächtig:

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