8. Februar 2014

Denkherz

Nun also ein Gedicht von mir... 




Denkherz

Was sollte ich bewerten, beurteilen,
was urteilen -
das mich nicht schon verurteilt hat?

So still wie das Gras am Hang
im Sonnenlicht - ohne Wind.
Nur die Tropfen vergangener Schneeschmelze
neigen es - zu mir.

Kann ich still sein, zuhören?
Neigst du dich zu mir?

Gedanken werden mir wortlos zufliegen,
fehlende Gedanken.

Vertrauen folgt Misstrauen - oder umgekehrt?
Wen schützen Geheimnisse?

So unsichtbar wie die Göttin mit drei Gesichtern,
das sei - ein Göttliches.
Keines kann ich wirklich sehen, und doch
erblicke ich - dreierlei:

erblühend hell
lebend warm
tödlich geheim

Wem nützen Geheimnisse?

Was sollte ich verstehen, erfahren,
was erkennen -
das mich nicht schon erkannt hat?

So leer wie der Raum, der nur ist
weil ich in ihm bin - mein Atemraum.
Nur das endlose Warten
begrenzt ihn - keine Wände.


Und doch werde ich wahrnehmen,
denn es ist für niemanden
bestimmt, nicht zu suchen.

Weil's sich findet:

das Selbst.