Denkt dran: Der Maya-Kalender endet im Dezember 2012!
Zablam! Schachmatt! Da kommt Nibiru und alles ist AUS!
O.K., ihr braucht nicht wirklich so schreckliche Angst haben, denn selbst wenn ein Planet X angeschwirrt käme würde ich bei MBB trotzdem kein Mikrophon bekommen!
Aber was ist mit dem Ende des MAYA-Kalenders!?
Nun, zunächst sind Kalender eigentlich nicht da, um die Zukunft der Menschheit vorher zu sagen! Es sind vielmehr von Menschen unterschiedlicher Kulturen erfundene Ordnungssysteme, oft (aber nicht in jeder Hinsicht) an Abläufen aus der Natur orientiert. So gesehen sind es erdachte Modelle um das Verstreichen der Zeit und die natürlichen Rhythmen in eine Ordnung zu packen und keine magischen Hilfsmittel zur Hellseherei!
Niemand gratuliert mir am 9. Dezember mit den Worten "Das ist ja eine tolle Sache: Genau wie mein Diddl-Kalender es vorhergesagt hat, hast du heute Geburtstag!" Mein Alterungsprozess und der Jahreslauf der Erde um die Sonne passieren einfach, auch ohne Kalender. Die Möglichkeit, dazu einen Jahrestag zu benennen verspricht bestenfalls regelmäßige Erinnerung an meine Geburt und regelmäßige Gelegenheit zum Feiern. Im derzeit gültigen europäischen Kalender (Basis: gregorianischer Kalender) nicht mal ganz so regelmäßig wie mancher glaubt. Aufgrund der Schaltjahre liegen tatsächlich unterschiedlich viele Tage zwischen den Geburtstagen.
Viel schwieriger wird es allerdings, wenn man historische Kalender einbeziehen will. Im Besonderen fehlt die Synchronisierung von zwei Kalendern wie dem der Maya und dem Gregorianischen. Historiker können da nur grob schätzen, da niemand jemals etwa Folgendes festgehalten hat:
"Also, heute sind wir in den Iden des Mars im Jahr 17 der Regentschaft unseres Kaisers Marcus Ulpius Traianus. Das wäre der 15. März a.d. 98 im christianisierten Julianischen Kalender und das entspricht (wegen eines kleinen Umrechnungsfehlers) dem 29. April im Jahre 112 n.Chr. im Gregorianischen Kalender. Der wird aber erst in etwa 1500 Jahren, lange nach dem Untergang unseres römischen Reiches umgesetzt werden. Gleichzeitig ist nun heute der 4.Tag des Hundes im Zirkel der blauen Schlange des Kalenders der Maya. Dies alles notiere ich betört von der Idee der Kalendersynchronisation! Aber meine Mitmenschen verspotten mich ein wenig, denn diese Maya und ihren Kalender kennen wir noch gar nicht, weil wir den Kontinent auf dem sie leben noch gar nicht entdeckt haben. Und nebenbei: Wenn unsere Nachfahren aus Spanien dereinst die Maya entdecken, werden sie dieselben ungeschickter Weise gnadenlos abgeschlachtet haben, bevor einer von ihnen überhaupt Gelegenheit bekam, ihren komplexen Kalender zu erläutern."
Es gibt also keine Möglichkeit definitiv festzustellen, an welchem Datum der Maya-Kalender nun "endet"! Übrigens schwingt er eigentlich nur um. So wie unser Kalender nicht am 31. Dezember "endet", sondern danach einfach wieder von vorne anfängt, mit einer neuen Jahreszahl. Die Maya haben nur keine Meta-Nummer für den Übertrag in ihrem immens komplexen Kalender gehabt!
Die vorgeschlagenen Methoden der Synchronisation unserer Kalender lassen übrigens ein "Ende" des Maya Kalenders von "vor ein paar Jahrzehnten" bis "einige Jahrzehnte in der Zukunft" zu. Genauer geht's nicht.
Entscheidend ist meines Erachtens folgende Überlegung:
Wir fragen uns mal nicht nach dem Ende, sondern nach dem Anfang der Welt - ist der etwa abhängig von einem Kalender? Oder anders herum: Wieso sollte die Welt vor der Erfindung (z.B. des Maya-) Kalenders überhaupt existiert haben?
Das sogenannte Ende irgend eines Kalenders kann definitiv keine Auswirkung auf die Existenz der Welt haben, weil sein in Kraft setzen offenkundig auch keine Auswirkung darauf hat.
Wer gedanklich noch weiter kommen möchte, dem empfehle ich den philosophische Ansatz von Parmenides!
P.S.: Ich danke meinem Sohn Tobias für die Anregungen zu diesem Post

und wenn nun doch am 21.12. die Welt untergeht?
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