14. April 2021

"Schlaviermusik" - präsent im mb-BLOG "IfM goes Web2.0"

Es gab viele beeindruckende Beiträge und Projekte der Studierenden aus meinem Seminar zur Mediensozialisation am Institut für Musik - Uni Kassel...

Hier der letzte Beitrag (05-2012) aus einer Serie von acht BLOG-Beiträgen von Peeck / Linke




Die finale Sitzung - und hier unser Fazit:

Fazit zur Schlaviermusik

Der Arbeitsprozess ist vielseitig und geht in verschiedene Richtungen. Ideen werden festgehalten und gespielt, aber auch wieder verworfen. Wir arbeiteten an 2 Stücken, quasi parallel, und deren Verknüpfung. Daher gestaltet es sich schwierig, den Arbeitsprozess linear zu dokumentieren. Man muss also 1-2 Teilaspekte der Arbeit im festzuhaltenden Video thematisieren, damit es nicht zu ausschweifend wird.

Für den Zuschauer ist es daher sicherlich schwierig, den Schaffensprozess als progressive Entwicklung wahrzunehmen. Somit erhält er eher interessante ausgewählte Einblicke und einen Rundumblick über die Gesamtkomposition, als eine transparente lineare Dokumentation vom Beginn bis zur Fertigstellung des Stücks.

Die Dokumentation für uns Präsentierende war hingegen sehr gut. Sie diente uns als Gedächtnisstütze: Wie haben wir diese Passage konkret gespielt? Was war der Gedanke hinter diesem und jenem Part? So ermöglichte sie uns produktives Arbeiten.

Die relativ offene Aufgabenstellung eignete sich gut. So lief man nicht Gefahr, an zu hoch gesteckten Zielen zu scheitern.Gerade im pädagogischen Kontext kann auch die Reflexion über das "nicht Geschaffte" wertvoll sein: Was ist im Rahmen der Möglichkeiten? Was war nicht zu schaffen? Was lief besonders gut? Wie zufrieden ist man über den Ausgang?

In der Schularbeit hat man im gestalterischen Arbeiten das Problem, objektiv und gleichberechtigt zu bewerten. Die offene Aufgabenstellung hilft dabei, den Lernfortschritt der Schüler miteinzubeziehen und unterschiedlich ausgefallene Leistung trotzdem zu würdigen. Damit aber das Arbeiten nicht zu unkonkret und "ins Blaue hinein" ausfällt sollte man Arbeitsfelder formulieren. In unserem Fall waren das:

  • die beiden Instrumente möglichst gleichzuberechtigen
  • Sound- und Spielmöglichkeiten auszuloten
  • sich an der klassischen Sonate gestalterisch zu orientieren.

Diesen Feldern haben wir uns intensiv gewidmet und sie sind zu unserer Zufriedenheit erfüllt worden. Im Fokus stand ja, ein Stück zu schreiben, bei dem diese Paramater eine Rolle spielen. Allerdings könnte man diese auch noch enger fassen und intensiver behandeln. So wäre es in unserem Falle wünschenswert gewesen, noch einen 3. Satz zu schaffen, was aber nicht mehr im zeitlichen Rahmen erfüllbar war.

Im schulischen Kontext muss natürlich eine altersgerechte Anpassung der Arbeitsfelder stattfinden.
Bei einer Umsetzung dieser Aufgabenform im schulischen Kontext ist jedoch unbedingt zu beachten, dass das Hauptlernziel nicht darin besteht, ausformulierte Arbeitsfelder in einer Komposition möglichst genau umzusetzen, sondern vielmehr einen beständigen Reflexionsprozess über das gestalterische Arbeiten, also ein Bewusstsein für die selbst komponierte Musik zu etablieren. Dies kann mithilfe der Videodokumentation besonders gut gelingen.

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